Die erste Einzelausstellung des britischen Künstlers Haroon Mirza in Deutschland tragt einen auffallend kryptischen Titel: --{}{}{} {}--{}{}{}{}--{}. Als typografische Entsprechung einer Wellenform verweist er auf die Ubersetzung von Klang in eine zeichenhafte Reprasentation und damit auf das von Mirza neu entwickelte Werk für den Projektraum der Schering Stiftung. Der Künstler setzt sich mit den für Ausstellungsraume typischen Schattenfugen auseinander und schafft eine neue Licht- und Klang-Komposition.
Die künstlerischen Arbeiten Haroon Mirzas kreisen stets um das komplexe Verhaltnis von Visualitat und Akustik und entfalten sich in einem kontinuierlichen Loop als audio-visuelle Kompositionen im Raum. In seinen akustischen Assemblagen werden vorgefundene, kulturell kodierte Gegenstande ihrer ursprünglichen Funktion enthoben und stattdessen zum Ausloser von Gerauschen, die sich zu einer prazisen, sich selbst generierenden Komposition zusammenfügen. Die Erfahrung der Klangwelt ist dabei unmittelbar mit der visuellen Wahrnehmung verknüpft. Für Mirza ist es entscheidend, -zden visuellen und akustischen Raum als Einheit der Sinneswahrnehmung zu verstehen- (Mirza, 2010).
In -z--{}{}{} {}--{}{}{}{}--{}- wird der Projektraum Unter den Linden selbst zum vorgefundenen, zum okkupierten Objekt. In seiner Ausstattung den Bedürfnissen zeitgenossischer Kunstausstellungen angepasst, entspricht der Projektraum den Paradigmen eines typischen Ausstellungsraums des 20. und 21. Jahrhunderts, eines so genannten -sWhite Cube-™. Mirza lasst sich von den hierfür spezifischen Schattenfugen – einem Spalt zwischen Boden und Wand – inspirieren und okkupiert ihn durch einen subtilen Eingriff: LED-Bander, die in den Fugen verlaufen, dienen der Sichtbarmachung eines architektonischen Nebenschauplatzes. Gleichzeitig losen sie akustische Signale aus, die zur Grundstruktur einer Klangkomposition werden. Die Beschaffenheit des Raums wird auf diese Weise nicht nur in eine klangliche Komposition übersetzt, sondern gleichermaßen von dieser besetzt. So wie auch -z--{}{}{} {}--{}{}{}{}--{}- nicht nur auf Klang verweist, sondern zugleich eine typografische Transferierung von -zoccupied scheringstiftung- ist.
Haroon Mirza (* 1977) lebt und arbeitet in Sheffield und London. 2010 wurde er mit dem Northern Art Prize Award ausgezeichnet. 2011 erhielt er auf der Venedig Biennale den Silbernen Lowen als -zmost promising artist-